Samstag im Mai
bin ich dabei
zu sein wie alle anderen?
Bin ich mir treu oder bin ich wer?
War gestern bei Lidl, nur mal eben,
dachte mir, für ein schönes Leben,
gehört ein Burger im Garten für meinen Sohn.
Und schon?
Bin ich im Schock. Gerade sehe ich noch rechtzeitig an der Kasse,
jemanden aus meiner alten Klasse. Nein, nicht ganz, aber es reimt sich. Haha.
Jemanden vom Studium. Erst sie, dann ihn. Sie waren schon damals ein Paar und
es ist wahr: Das Leben hinterlässt Spuren. Ich denke kurz: Kann das sein?
Ist sie so alt? Wenn sie da steht, muss er doch auch…
irgendwo sein…Ja, da!
Auweia! Ist der alt und grau! Oh Gott, ich erstarre und glotze, aber besinne mich,
rechtzeitig,
schnell zu verschwinden.
Ich verstecke mich hinter den Regalen und hoffe, sehnlichst, inständig,
nicht entdeckt zu werden. Ich wollte mich beeilen, denn im Auto wartet mein Hund.
Und bei der Hitze ist das nicht gesund.
Ich versteck mich weit hinten und lusche zur Kasse: krass! So alt und grau…sie mit Falten…
dabei war ich jahrelang neidisch…worauf?
Karriere?
.
.
.
Lass mal sacken.
.
.
.
Grau und alt, verbissen, Mundwinkel nach unten, ernst und besorgt.
Ja, ich hab es gesehen und fange an zu verstehen.
Das ist NICHT was ich will. Das ist nie, was ich wollte.
Karriere machen und solche Sachen, die 0815 erscheinen,
bringen mich zum Weinen.
Warum? Bin ja nicht dumm.
Weiß schon, dass nach BWL ein guter Job im großen Unternehmen,
als Senior-Blabla ein Ziel vieler Kollegen war.
Natürlich nicht für alle Studenten. Denn seine Frau, ja ganz genau,
ist in die Schule gegangen. Als Lehrerin tagaus, tagein, die gute Fee der anderen zu sein.
Aber ein Blick genügt und lässt mich erschrecken:
denn beide stecken
mitten im Leben
so fest wie nie.
Sie müssen ihren Rollen genügen.
Lass mich lügen, aber ich bin mir sicher,
dass,
ihre Falten und
sein „grau und dick“,
sind nicht freiwillig schick.
Die kommen von Sorgen, vom Stress, vom Funktionieren.
Wie bei so vielen.
Was soll ich dir raten? Geh in den Garten. Geh in die Natur.
Nimm dir Zeit, für dich.
Geld interessiert jetzt nicht.
Es wird immer eine Lösung geben,
aber du sollst endlich leben.
Achte auf dich und deine Seele. Denn auch wenn du denkst,
du musst was sein,
das ist nur Schein.
Du bist schon alles und noch viel mehr.
Du bist DU.
Genieß das für einen Moment.
Geh in den Garten.
In die Natur.
Folge der Spur,
zu deinem Kern. Zu deiner Intuition,
denn die hast du schon lange,
ignoriert.
Jetzt wird es Zeit,
sie wieder zu hören. Die leise Stimme,
das Bauchgefühl. Das dir da flüstert: Alles ok!
Alles ist gut, so wie es ist. Lehn dich zurück und schick die Gedanken,
auf eine lange Reise. Sie dürfen nicht tanken…deine Energie und fressen und zweifeln.
Lass sie ziehen. Lass sie ruhen.
Lass dir nur noch Gutes tun.
Ich wünsche dir, dass du erkennst, wann du dich verrennst,
damit du noch den Rest der Zeit,
ohne Sorgen,
ohne Zweifel,
ohne Stress,
dich führen lässt.
Es liegt in deiner Hand, dich zu entscheiden. Für dich. Für jetzt. Für immer.
Ein klitzekleiner Schimmer…