…und ich?
Frustriert. Wieder nicht geschafft. Wieder abgehängt. Sie bloggt seit einem Jahr. Ich eigentlich auch. Sie bloggt um Geld zu verdienen, um finanzielle Freiheit zu bekommen. Wer will das nicht?
Das Prinzip scheint einfach: Thema finden – Blog aufsetzen – 10-20 Blogartikel – mit Pinterest verbinden – Traffic kommt auf die Webseite – Leute tragen sich in einem Newsletter ein und landen in deinem Funnel. Nein, nicht Tunnel, sondern sowas ähnliches. Englisch halt und im Trend. Dann bekommen deine Fans ab und an eine Mail, ein Angebot und ihnen wird gesagt, dass es nur noch bis Mitternacht zu haben ist. Zeitliche Verknappung, preisliche Gestaltung mit Rabatten etc. lassen deine Fans den Geldbeutel öffnen. Sie haben das Gefühl, dein Angebot zu brauchen und kaufen.
Ein Hobby verstärken oder einen Schmerz lösen. Das ist, was dein Thema interessant macht.
Natürlich hilfst du Menschen und handelst in bester Absicht. Ich bin da nicht anders: ich gebe gern Ratschläge und auch gerne für Geld. Immerhin leben wir in einer Tauschgesellschaft, wo jeder was zu bieten hat. Wie in einem großen Dorf. Einer macht Brot, der andere repariert die Tür, der nächste kümmert sich um die Kinder. Man trägt zur Gemeinschaft und zum Wohlbefinden bei.
Wenn ich also neidisch auf meine Bloggerkollegin schaue, frage ich mich, was ich zu bieten habe. Was stelle ich in mein Schaufenster? Womit mache ich Menschen glücklich?
Vor allem: was ist der Unterschied zwischen ihr und mir? Eigentlich keiner. Aber sie ist drangeblieben und hinterfragt nicht das System, wo Texte mit ChatGPT verfasst werden und die Pins alle gleich aussehen. Ärgerlich nur, dass die Pins wirklich ansprechender als selbstgemachte sind. Ich hasse KI. Genauso wie ich sie liebe.
Gerade gestern hab ich selbst ChatGPT nach Tipps für unseren Schwedenurlaub gefragt. Es ging zügig und war interessant. Außerdem haben wir „gemeinsam“ die günstigste Route ausgerechnet. Dafür hätte ich ewig gebraucht und auch Google hätte es nicht geschafft.
Ja, für sowas ist es wirklich gut. Für’s Bloggen? Ich weiß nicht. Wenn man nicht gerne schreibt, sollte man vielleicht nicht bloggen, oder?! Dann wird gesagt, dass man KI nutzen soll. Hm. Will ich als Leser nicht vielleicht authentische Texte von einem Menschen lesen? Ich fühle mich sonst verarscht. Ja, verarscht. Klingt nicht nett, ist aber so.
Ich geb’s zu. Ich bin neidisch. Hätte ich vor einem Jahr den Kurs durchgezogen und alles nach Anleitung gemacht, wäre ich auch bei 10K. Wahrscheinlich bei 20K, weil ich schon seit zwei Jahren rumbastel.
Ich sträube mich aus unerfindlichen Gründen gegen diese Art Geld zu verdienen. Dabei tut man doch Gutes. Und dieser Blog ist ein weiterer Versuch.
Diesmal habe ich beschlossen, kein Thema zu wählen, sondern einfach nur ich zu sein. Ich weiß, dass es vielen Frauen in vielen Situationen ähnlich geht und ich liebe das Schreiben. Ich liebe es Gedanken zu drehen, nachzuhängen und zu hinterfragen. Es ist wie laut nachdenken, um Gedanken zu sortieren und Energie loszuwerden. Andere gehen joggen. Ich schreibe.
Und du? Liest mit.
Das wäre das Optimum. Gleichgesinnte, die in meinem virtuellen Raum Gedanken austauschen. Am besten mit einer guten Tasse Kaffee.
Als mach es dir gemütlich und schwing mit.
Alles Liebe,
Ute